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Über den eigenen Glauben sprechen

.... weil es stärkt und fast immer interessiert

 

Das hier ist weniger als Rezept, eher als Anregung gedacht, um herauszufinden, wie angemessen über den eigenen Glauben zu sprechen ist.

Das ist hierzulande nicht so einfach.

Über nahezu alles wird gesprochen und berichtet nur nicht über den Glauben. Und wenn schon, dann ganz abstrakt, als Sache "der Kirche" oder bestenfalls von Pastoren. -- Dabei wird doch unheimlich viel geglaubt. Die Frage ist nur: Wem glaube ich was ?

 

Es ist wichtig, den eigenen Glauben anderen mitzuteilen

Fünf einfache Leitsätze für ein Gespräch über Deinen Glauben

 

 

Es ist wichtig, den eigenen Glauben anderen mitzuteilen

 

Wie kann man das tun ?

Über Glauben wird meistens an ungewöhnlichen Stellen gesprochen, oder auch nicht. Manche sprechen darüber bei Bier oder Wein, andere auf einer Party oder Familienfeier. Einige sprechen indirekt darüber, indem sie vom Religions- oder Konfirmandenunterricht erzählen, andere lassen gelegentlich fromme Sprüche fallen oder werden gar missionarisch. Wieder andere haben keine Zeit für das Thema, oder weichen ihm aus.

 

Wie sprichst du über deinen Glauben ? -- Oder traust du dich nicht ?

Ein Bekannter, ein Verwandter oder eine Freundin hat ernste Sorgen und du hast das Bedürfnis zu beten.

 

Würdest du das den Bekannten, den Verwandten oder die Freundin wissen lassen ? -- Wie ?

Oder, du bist dabei, wenn man sich gerade über einen Frommen lustig macht.

 

Wie sprichst du über deinen eigenen Glauben ?

Mal angenommen, Du hast schon mehrmals im Leben tiefe Glaubensgewissheit gespürt. Wahrscheinlich warst du dann voller Gelassenheit, Freude und Zuversicht. Das möchtest du anderen gerne mal erzählen, damit auch sie finden, was du schon manchmal empfunden hast.

Aber du magst keinen theologischen Vortrag halten und willst auch nicht missionierend erscheinen.

 

Wie könntest du mit anderen über deinen Glauben in einer Art sprechen, die überzeugt ?

Gut, unter Vertrauten oder in der Gemeinde spricht man immer mal wieder auch über Glauben, manchmal sogar über seinen eigenen. Aber unter Leuten oder gar Verwandten, die man nicht als Christen kennt, fühlen wir uns gehemmt, von unserem Glauben zu sprechen.

 

Oft genug heißt es ja auch:

"Glauben ist Privatsache, da mischt man sich mich nicht ein".

"Über Glaubensdinge streitet man sich zu schnell".

 

Oder man redet sich mit Sätzen heraus, wie:

"Ich fühle mich unwohl, wenn ich daran denke, jetzt hier über so Persönliches wie meinen Glauben, zu sprechen".

"Ach, wie soll ich das auch sagen, die oder der versteht sowieso nicht, wie ich das meine."

"Wenn ich jetzt was sage und dann kommen irgendwelche Fragen – ich kenne ja die Bibel selbst noch viel zu schlecht".

"Fast alle, die ich bisher über ihren Glauben habe reden hören, haben sich auch immer ein wenig lächerlich gemacht."

 

Falls du so oder ähnlich empfindest oder denkst, dann lässt sich darauf erwidern:

 

Glauben ist Privatsache, da mische ich mich nicht ein. — Du mischt dich nicht ein, solange du einfach sagst, was dich betrifft und mitteilst, was dir von Bedeutung ist. Biete an, dränge nicht auf.

Menschen sind gewöhnlich daran interessiert zu erfahren, was dir wichtig ist.

 

Ich fühle mich nicht wohl, wenn ich über etwas so Persönliches, wie meinen Glauben spreche. — Das ist in Ordnung. Vor Fremden äußert man seine tieferen Gedanken und inneren Gefühle nicht so ohne weiteres.

Doch, wenn dir Gott nur einwenig bedeutet und das Wohl eines anderen Menschen auch, und wenn du willst, dass sie/er erfährt, dass Gott zu glauben, Kraft und Trost gibt, dann findest du einen Weg, dies Geschenk der/dem anderen zukommen zu lassen.

Euere Beziehung wird sich vertiefen, wenn du sagst, was dir wichtig ist.

 

Über Glauben streitet man zu schnell. — Was die Stimmung stört und Unbehagen vermittelt, ist nicht, von einer Glaubenserfahrung zu hören. Was die Stimmung verderben und Unbehagen auslösen kann wäre die Erwartung, dass man deiner Art zu glauben zuzustimmen soll.

Streit gibt es wenn jemand meint, "Wenn ich Recht habe und du nicht, dann musst du mir auch zuzustimmen ...".

Streit gibt es nicht, wenn ich sage, was mir mein Glaube bedeutet. Dann ist der/die andere frei, das anzunehmen oder zurückzuweisen. Nur Überheblichkeit führt zu Streit.

Also, sei einfach aufrichtig, wenn du von deinem Glauben sprichst. Teile deine eigenen Erfahrungen mit und lass andere darauf frei reagieren.

 

Wie soll ich es sagen, damit verstanden wird, was ich es meine ? — Mache dir klar, du willst mitteilen, nicht erklären. Sage einfach, was Gott dir bedeutet, nicht, was er anderen bedeutet. Sage, z.B.:

"Ich weiß was ich will, weil mein Glaube mir hilft, auszusortieren, was wirklich wichtig für mich ist."

"Wenn ich mich frage, was zu tun ist, dann bete ich auch."

"Vom Gottesdienst habe ich öfter etwas. Ich ahne dann, was Gott wohl mit meinem Leben vor hat."

 

Ich kenne die Bibel nicht gut genug. — Es ist gut, die gute Bibel zu kennen, nicht so sehr, um passende Verse zu zitieren, als vielmehr, um zu wissen, dass das, was du sagst, den Geist der Bibel ausdrückt.

Bibelzitate als Argument zu benutzen, bewirkt oft das Gegenteil der eigentlichen Absicht. Was andere erreicht und berührt, das ist, z.B., was du für Erfahrungen mit deinem Glauben gemacht hast.

Lies die Bibel, das begründet und erweitert deinen Glauben, das hilft dir, deinen Glauben zu verstehen und gibt dir Sicherheit in Gesprächen über den Glauben.

 

Was soll ich machen, wenn ich gefragt werde und weiß nicht, was ich antworten soll ? — Von Glauben zu sprechen bedeutet nicht, theologisch korrekte Antworten zu geben, sondern es bedeutet vor allem, von sich selbst zu sprechen. Dein Glaube hat mehr damit zu tun, was du erlebt hast, als mit deiner theologischen Bildung.

Du kannst auch sagen:

"Ich weiß es nicht mit letzter Sicherheit, aber ich habe herausgefunden und sage dir, dass ..."

"Ich habe keine abschließende Antwort, aber das, was ich sage, ist das was ich denke ...

Was denkst du ?"

"Komm, wir fragen unsere Pastorin. Oder wir versuchen, sie jetzt einfach mal anzurufen"

"Ich weiß nicht, und vielleicht können wir das überhaupt nicht wissen, aber ich vertraue Gott."

 

Die, die andere missionarisch bedrängen, haben es mir verdorben, über meinen Glauben zu sprechen. — Christen, die mit der Bibel einschüchtern und steile Forderungen stellen, machen es dem Rest der Christenheit schwer.

Wir sollten dem begegnen, indem wir einfach sagen, was uns anbelangt.

Wir sollten Leute in unsere Gemeinde einladen.

Wir sollten unseren Glauben vor Angriffen verteidigen.

Wir sollten im Gespräch über Dinge, die uns wichtig sind, stets realistisch bleiben.

Dabei sollten wir Menschen nicht wie Gegenstände behandeln über die wir unsere Erkenntnisse ausschütten.

Wir sollten nicht bedrängen, bange oder abspenstig machen.

Aber wir sollten aber auch nicht über unseren Glauben schweigen, sondern Freundinnen, Freunden Bekannten und Verwandten, sagen, wo uns unser Glaube geholfen hat.

 

 

 

Fünf einfache Leitsätze für ein Gespräch über deinen Glauben

 

1. Bete, und versuche, dich von Gott leiten zu lassen.

Bitte um das angemessene Maß, wann und wie und was du über deinen Glauben sagen willst.

Bitte, daß Gott deinen Gesprächspartner öffnet und aufnahmefähig macht, für das was du sagen willst.

Bitte, daß das, was du sagst, respektvoll und von Bedeutung für den anderen ist.

 

2. Höre aufmerksam hin.

Achte darauf, was den anderen interessiert und was er für Bedürfnisse hat.

Halte guten Blickkontakt, nimm Reaktionen wahr und achte darauf worin ihr übereinstimmt.

Höre und reagiere auf Gefühlsäußerungen genauso wie auf Ideen.

Beziehe dich auf ihre/seine Erfahrungen.

Zwinge deine Überzeugung niemandem auf.

 

3. Teile das, was du sagst, als eigene Erfahrung mit, nicht als eine Formel, der andere folgen sollen.

Stelle klar, dass das, was du von deinem Glauben sagst, das ist, was Gott in deinem Leben bewirkt hat. Der/die andere soll selbst versuchen, herauszufinden, was Gott an ihm/ihr bedeutet.

Betone, dass Gott ihn/sie sicher auch liebt, dass er unsere Freiheit respektiert und sich jedem/jeder auf seine besondere Art zu erkennen gibt.

Sprich einfach und direkt, dränge nicht und erwarte keine besondere Reaktion auf das, was du sagst.

 

4. Mache deutlich, dass das Gespräch zu anderer Gelegenheit weiter gehen kann.

Erwarte nicht, dass eine einzige Unterhaltung alles ist.

Lade ein, mit in unsere Gemeinde zu kommen.

Bemühe dich um ein weiterführendes Gespräch. Das muss nicht unbedingt gleich wieder den Glauben betreffen, sondern kann einfach lustige oder ernsthafte Sachen betreffen, die dem/der anderen wie Dir wichtig sind.

 

5. Sei zuerst und vor allem Partner/in und Freund/in.

Freund/in sein meint, das Beste für den/die andere/n zu wollen, meint, dem/der anderen nichts aufzudrängen aber seine/ihre Bedürfnisse und Interessen zu respektieren.

Wenn du auf einfache Weise über deinen Glauben sprichst, wird das jede gute Beziehung weiter festigen.

Am einfachsten und besten ist es, zu passender Gelegenheit auf natürliche und angemessene Art über dein Verhältnis zu Gott zu sprechen.

Wenn du jemanden in unsere Gemeinde einlädst, solltest du auch bereit sein, dich mit ihm/ihr da zu treffen, wo er/sie sich wohl fühlt.

Wenn du auf diese Weise Freund/in bist, wird das von deinem Glauben sprechen, unabhängig davon, was du sagst. Man wird dir zuhören und dich beachten, weil dein Leben und deine Worte übereinstimmen und weil Gott das segnet.

 

 

 

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Stand: 08. Februar 2017

 

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