Suche auf unseren Seiten:

Startseite Unsere Gemeinde Arbeit mit der Bibel in unserer Gemeinde

 

10 Empfehlungen für das Bibellesen

... um nicht leichthin über Wertvolles hinweg zu lesen

   

Die Bibel ist großartig !

Das haben viele und sehr unterschiedliche Menschen durch Zeiten und Kulturen immer neu und frisch bekundet. Das Urteil ist auch in unserer Gemeinde abrufbar. Und diese Meinung ist sowohl von Lesern zu hören, die erst wenige Abschnitte der Bibel studierten wie von solchen, deren tägliches Leben die Bibel mitbestimmt.

Wichtig sind aber nicht diese Meinungen und Urteile über die Bibel, sondern ihre Wirkung.

Wichtig ist, die Bibel selbst zu lesen, zu durchdenken, zu erspüren, zu besprechen, zu deuten und zu beachten.

Zu allen Zeiten wurde dieses Buch gelesen, studiert, diskutiert und verstanden, und für Leser/innen wurde die Bibel immer schöner, je mehr sie verstanden.

 

Die ganze Heilige Schrift will auch heute neu gelesen, unvoreingenommen bedacht und ehrlich befragt werden. Wer zaudert oder sich das nicht zutraut, der lasse sich mit einem Vers der Bibel Mut machen:

"Wenn es jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern gibt und niemanden schilt; so wird sie ihm gegeben werden." (Jakobus 1,5) .

 

Die Bibel ist eine Einheit, als "die Schrift" (Galater 3, 8) und zugleich ist sie Vielfalt, als "die Schriften" (2.Timotheus 3, 15). Ihre Einheit darf nicht auf Kosten der Vielfalt betont werden und umgekehrt. Sehr wichtig ist zu wissen, was geschrieben steht, um zu verstehen, wozu es geschrieben steht.

Entscheidend jedoch bleibt die Antwort darauf, wonach mich die Bibel fragt:

Glaubst Du dem, was Du gelesen hast ?

Glaubst Du, daß der lebendige Gott heute durch die Bibel zu Dir spricht ?

 

Glaube ich das, dann sind mein Wissen und meine Meinungen über die Bibel kein Schlußpunkt

Dann wird mir die Bibel mehr und mehr zum Maßstab.

Dann setze ich mich mit dem Gelesenen auseinander, egal, wie meine Meinung gerade dazu ist.

Dann versuchen ich nicht, die Bibel mir anzupassen, sondern passe mich – als moderner Mensch der, mit meinem Wissen – der Bibel an.

Dann werde ich gemeinsam mit anderen erfüllter und besser leben.

 

Unabhängig davon ist die Bibel - wie intensiv ich auch mit ihr lebe – über weite Abschnitte nicht einfach zu lesen und zu verstehen. Ihre Texte sind in einer und für eine Umgebung entstanden, die sich von unserer zumeist drastisch unterscheidet. Was da zu lesen steht wirkt nicht selten fremd, manches bleibt auch verschlossen.

Um nicht leichthin über vieles hinweg lesen zu müssen, gibt es bewährte Empfehlungen, die helfen, mit Freude und Gewinn zu studieren, zu meditieren und zu diskutieren, was da geschrieben steht und wozu es da geschrieben steht. Solche Empfehlungen sind gewiß nicht der Schlüssel oder die Voraussetzung für den Zugang zur Schrift, aber sie können helfen, eigene Zugänge zu finden.

 

Hier sind 10 Empfehlung, die aber nicht als strenge Abfolge zu verstehen sind:

1. Lesen was geschrieben steht 6. Voraussetzungen untersuchen
2. Markieren und notieren 7. Zusammenhänge berücksichtigen
3. Fragen, was es zu fragen gibt 8. Die Bibel nutzen, um sie zu verstehen
4. Verstehen, was Worte und Namen bedeuten 9. Die Form eines Textes erfassen
5. Grammatische Zusammenhänge beachten 10. Stilistische Mittel erkennen

 

 

 

 

(1) Lesen was geschrieben steht

 

Das klingt schön einfach und ist es auch, nur selbstverständlich ist es deswegen nicht. Etliche Gedanken der Schrift sind uns sehr vertraut, andere enthalten Lieblings- oder Reizthemen, manches ist schönste Bestätigung, anderes abgrundtief fremd .... Aber wie es auch ist, Vorurteile werden schnell, womöglich unbemerkt, zur Brille, die mich lesen läßt, was ich erwarte und wünsche, aber nicht, was geschrieben steht.

Darum also gründlich, mehrfach und so lesen, wie die Schrift selbst verstanden werden möchte und wie es ursprünglich gemeint ist. D.h. auch, auf den Sinn der Worte zu achten und Gott bitten, verstehen zu dürfen.

 

Die Bibel läßt sich nirgendwo überfliegen und das Alte Testament, die hebräischen Schriften, sind so wichtig und wertvoll wie das Neue Testament, die griechischen Schriften. Die Texte werden am besten verständlich, wenn die Bibel als ganze im Bewußtsein bleibt, wenn nichts umgedeutet oder verändert, nichts angepaßt wird.

Es sollte darum gehen, der Absicht jedes biblischen Textes schrittweise so nahe wie möglich zu kommen. In diesem Bemühen tut sich die Bibel erfahrungsgemäß dem Unkundigen mit ebensolchem Gewinn auf, wie dem Forscher.

 

 

 

(2) Markieren und notieren

 

Die Bibel ist, glücklicherweise, ein Arbeits-, Studien- und Notizbuch, keine Reliquie. Sie wird heilig, indem wir uns mit ihren Inhalten beschäftigen. Sie will gelesen, analysiert, kommentiert und gedeutet werden.

Am besten wird farbig markiert, z.B., Wortwiederholungen, Kommunikations- oder Zeitformen, Ursachen, Verben, Zusammenhänge, .... .

Entdeckungen, Thesen, Zusammenhänge, Anregungen, .... oder Fragen sollten reichlich notiert werden. Das hilft bei der Weiterarbeit und vermittelt bald schöne Erfolgserlebnisse.

 

 

 

(3) Fragen, was es zu fragen gibt, ohne vorschnell zu antworten

 

Fragen an mich oder das Gelesene stellen sich meistens schnell von selbst. Falls nicht, lösen W-Fragen (wer, was, wann, wozu, warum, woher, wohin, wie, ...) in aller Regel allerhand aus.

Sinnvoll ist es dann oft, zunächst Sachfragen zu stellen, z.B.:

Was ist ...?  Wo liegt dieser Ort ?  Wann war das ?  Wer spricht zu wem ?

Wer ist aktiv, wer passiv ?  Was bedeutet ... ?  u.a.m. .

Sind die Sachfragen geklärt können analytische Fragen folgen, z.B.:

Warum steht das so da ?  Warum wird gehandelt ?  Welche Einstellung steht dahinter ? 

Welche gute Absicht ist damit verbunden ?  u.a.m. .

Anschließend könnten Zusammenhängen mit anderen Bibelstellen erörtert werden, z.B.:

 Wie paßt das zu ... ?  Was steht dem in der Bibel in welchem Zusammenhang entgegen ?

Was will dieser Text beim Leser, also bei mir, auslösen ?  u.a.m. .

Letztlich, da die Bibel nicht zum Selbstzweck geschrieben wurde, ist auch zu fragen, z.B.:

Was haben wir, was habe ich davon ?  Was will dieser Text bei mir erreichen ?

Wie steht der Text zu meiner Umwelt ?  u.a.m. .

 

Solches Fragen wird zu einfachen, verblüffenden, erhellenden und herzergreifenden Antworten führen, doch bestimmt nicht alles wird sogleich zu beantworten sein. Das soll aber keinesfalls dazu führen, Fragen zu unterdrücken. Vielmehr sollten offene Fragen weitere Studien und Gespräche anregen.

Die Bibel ist, völlig offensichtlich, gemeinschaftsbildend. Am besten läßt sie sich daher gemeinsam mit anderen besprechen und studieren. Aber auch dann werden nicht alle Fragen zu beantwortet sein. Daher bleibt es wesentlich, Fragen auch stehen zu lassen, Gott um Antworten zu bitten und diese Antworten abzuwarten.

 

 

 

(4) Verstehen, was Worte und auch Namen (alles) bedeuten können

 

Erst eine Folge von Wörtern kann Sinn machen. Sätze bestimmen, was Wörter bedeuten. Sätze erhalten Bedeutung innerhalb von Textabschnitten, Abschnitte innerhalb eines biblischen Buches, das Buch innerhalb der ganzen Bibel. Die Bibel wiederum ist eingebettet in das Leben und die guten Absichten Gottes.

Wahrscheinlich ist jedes Wort der Bibel bedeutsam, nicht selten auch in seiner Bedeutungsvielfalt. Und so sollte die Bibel gelesen werden, selbst wenn sich erweist, daß nicht jedes Wort für jeden oder zu jeder Zeit von gewichtiger Bedeutung ist.

Doch stellt uns die Bibel nicht zuerst vor die Aufgabe darzulegen, worauf was zurückgeht, und wer was dazu schon geschrieben hat. Sie will mit Sicherheit kein wissenschaftliches Werk sein, auch nicht über die physikalische Entstehung der Welt. –  Aber ist das, genauer betrachtet, bedauerlich, oder ist es nicht vielmehr eine Voraussetzung dafür, daß die Bibel für jede/n zu jeder Zeit wachsende Bedeutung gewinnen kann ?

 

 

 

(5) Grammatische Zusammenhänge beachten

 

Grammatik bestimmt die Form von Wörtern und ihre Beziehung zueinander. Das besagt manchmal für das Verständnis fremdartig anmutender Texte mehr, als leichthin angenommen wird; z.B.

Verben geben Auskunft über Zeiten, Substantive über Sachen.

Pronomen verweisen auf Substantive, Adjektive auf qualitative oder quantitative Eigenschaften und Beziehungen.

Präpositionen weisen auf räumliche und zeitliche Verhältnisse hin, Konjunktionen auf Zusammenhänge.

 

Achte mal bewußt auf die Grammatik  –  Aha-Effekte sind dann garantiert.

 

 

 

(6) Voraussetzungen untersuchen

 

Viele Texte haben eine mehr oder weniger historische Situation, also technische, ökonomische, politische und kulturelle Verhältnisse zur Voraussetzung. Viel darüber ist aus der Bibel selbst zu erfahren, anderes liefern, z.B., Nachschlagewerke oder studierte Leute.

Genauso werden manche Texte dadurch erhellt, daß ich mir verdeutliche, wie es um die geographischen Verhältnisse (Entfernungen, Klima u.a.m.) und zeitlichen Rahmenbedingungen stand.

Eine große Rolle spielen oft auch soziale Verhältnisse/Beziehungen unter Menschen und von Menschen zu Gott.

Manche Voraussetzung wird nicht unmittelbar genannt, sie läßt sich aber mit logischem Menschenverstand leicht erschließen. Die Bibel gönnt uns zahlreiche Entdeckungen, sogar an uns selbst.

 

 

 

(7) Zusammenhänge berücksichtigen

 

Jeder Vers, jeder Abschnitt, jedes Buch der Bibel ist stets auch in biblischen Zusammenhängen zu bedenken.

Was steht davor, was danach ? 

Worauf wird Bezug genommen ? 

Was nimmt Bezug ? 

Worum geht es ? 

Was steht im Widerspruch ? u.a.m.

 

Nichts steht für sich da. Die Bibel will uns mit sich verstricken.

 

 

 

(8) Die Bibel nutzen, um sie zu verstehen

 

Vielhundertfach nimmt die Bibel direkt und indirekt gewichtigen Bezug auf sich selbst. Das hilft, vieles viel besser verstehen zu können.

Nur zwei Beispiele:

Jesus, so wurde ermittelt, hat in den 1.800 Versen seiner Reden, wie sie die Evangelien übermitteln, zu ca. 10% Zitate und unmittelbare Anspielungen auf die Hebräische Bibel, das sog. Alte Testament, verwendet. Dabei zitiert er 22 Bücher der Hebräische Bibel, der Bibel seiner Zeit. Wiederholt fragt Jesus zudem: "Habt ihr nicht gelesen ... ?" oder "Steht nicht geschrieben ... ?".

In der Offenbarung an Johannes gibt es alleine 245 solcher Zitate und Anspielungen.

 

Wer verläßlich versehen will, was ihm die Schrift sagt und wer von der Schrift profitieren möchte, sollte jene innere Verwobenheit der Bibel nicht übergehen. D.h. auch, daß Neue ist ohne das Alte Testament nicht redlich zu erfassen.

 

 

 

(9) Die Form eines Textes erfassen

 

Beizeiten sollte die Form des befragten Textes erfaßt  werden. – Zu unterscheiden sind etwa:

Erzählungen (z.B. 1.Mose 1ff) Visionen (z.B. Jesaja 6)
inneres Hören (z.B. 1.Mose 13,14ff) endzeitliche Bilder (z.B. Daniel 7,4)
Lieder (z.B. Hoheslied 1ff) Gleichnisse (z.B. Lukas 18,1ff)
Diktate (z.B. Offenbarung 2f) Briefe (z.B. Römer)
Kommentare (z.B. Hebräer 7) Predigten (z.B. Lukas 4,17ff)
Ansprachen (z.B. Apostelgeschichte 17,22ff) Sprüche (z.B. Sprüche)
Zitate (z.B. Hebräer 8,8-12)  

Für das Verständnis ist es bedeutend, ob es sich um eine prophetische Rede oder eine Dichtung handelt, ob symbolisch gesprochen oder ein Sachverhalt berichtet wird, ebenso, ob eine Passage allgemeine Aussagen trifft oder auf eine besondere Situation zielt. Auf Abwege gerät, wer, z.B., ein Gleichnis wörtlich nimmt.

Formen transportieren nicht nur Inhalte, sie sagen oft viel über den Inhalt aus. Achtung, mit der Aneignung von Inhalten der Bibel werden auch wir zu einer ihrer schönen Ausdrucksformen.

 

 

 

(10) Stilistische Mittel erkennen

 

Das ist keine einfache Aufgabe. Stilmittel, die eine Sprache lebendig, schön und reich machen, unterscheiden sich oft erheblich von Sprache zu Sprache, durch die Zeiten und von Person zu Person. Hier etliche Stilmittel, die in der hebräischen und griechischen Bibel angewandt sind:

Redewendungen und Wortspiele sind feststehende, teils elegante, teils volkstümliche Verbindung, die nur eingeschränkt übersetzbar sind, weil an die Wörter oft Inhalte geknüpft sind, die sich nicht nur aus diesen Wörtern ergeben. Redewendungen und Wortspiele sind teilweise nur intuitiv verständlich.

Vergleiche in der Bibel sind häufig, oft, ohne ihn auszusprechen. Einzelne Worte oder Wortgruppe werden dann in übertragenem Sinn gebraucht – z.B. wenn es heißt, Gott sei ein Fels der Ewigkeiten (Jesaja 26,4).

Klar liegt der Fall, was auch nicht selten ist, wenn der Vergleich durch das Wort wie ausgeführt wird – z.B. wird Gott mit dem Vergleich zitiert: "Ich werde für Israel sein wie der Tau." (Hosea 14,6).

Verknüpfungen sind Begriffe oder Sachverhalte, die durch einen anderen, sinnverwandten Begriff oder Sachverhalt ersetzt werden. – Wenn, z.B., beschrieben wird "... da ging hinaus das ganze jüdische Land" (Matthäus 3,5), steht "Land" für sehr viele Menschen des Landes.

Manchmal wird auch ein umfassender mit einen weniger umfassenden Begriff verknüpft. – So steht in der Bitte "Unser tägliches Brot gib uns heute" (Matthäus 6,11), "Brot" für Lebensnotwendiges.

Anreden sind, oft lyrisch verwand, ein Stilmittel, mit dem etwas so angesprochen wird, wie es nüchterne Realität nicht verträgt – z.B. wird in Psalm 68,17 Bergen vorgeworfen "Warum lauert ihr neidisch, ihr gipfelreichen ... ?".

Personifizierungen sprechen Gegenstände an, als lebten sie. Dadurch erhalten sie Eigenschaften, die sie nicht haben – z.B. fordert Psalm 98,8: "Die Ströme sollen in die Hände klatschen".

Übertreibungen werden oft eingesetzt, um Nachdruck zu verleihen und intensive Gefühle auszudrücken – z.B. wird in Psalm 119 bekundet "Tränenströme flossen aus meinen Augen".

Da positiven wie negativ übertrieben wird ist es sinnvoll, Ausdrucksweisen der Bibel, die z.B. unverständlich brutal oder drastisch sind, daraufhin zu sondieren.

Scheinfragen sind ein beliebtes biblisches Mittel, Leser zu verdutzen, wenn Antworten so offensichtlich sind, daß sie überflüssig werden – z.B. wirf der Amos die Frage auf "Gehen etwa zwei miteinander, außer wenn sie zusammengekommen sind ?" (Amos 3,3).

Ironie ist versteckter Spott und verstellter Ernst, bei denen aber die Wahrheit erkennbar bleibt. Oft ist das Gegenteil von dem gemeint was behauptet wird – z.B. wenn der Pharao gegenüber Mose behauptet, Gott möge mit Israel sein, wenn es aus der Sklaverei zieht (2.Mose 10,10).

Umschreibungen werden u.a. für verbotene oder solche Ausdrücke verwand, die ein Autor sich scheute auszuschreiben. Wie heute wurde auch damals zumeist beschönigend umschrieben, und so, daß jeder verstand, worum es ging, ohne dies unmittelbar mitzuteilen – z.B. wird "tot sein", mit "schlafen" umschrieben (Lukas 22, 45).

Hervorhebungen streichen etwas heraus, indem das Gegenteil verneint wird – z.B., steht in Psalm 51, 19 "nicht verachten" statt "annehmen" –  oder etwas mehrfach bezeichnet wird, wie das z.B. David macht, wenn er sagt: "... und es gibt keinen Gott außer dir, nach allem, was wir mit unseren Ohren gehört haben" (2.Samuel 7, 22).

Vermenschlichungen schaffen Anschaulichkeit – z.B. machte Gott Mose anschaulich, was er zu erwarten hatte indem er wissen ließ: "Und es wird geschehen, wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, dann werde ich dich in die Felsenhöhle stellen und meine Hand schützend über dich halten" (2.Mose 33,22).

Parallelismen sind ein uns eher ungewohntes Stilmittel, das in der Bibel aber vielfältig angewandt wird, indem zwei Passagen einen gleichen oder ähnlichen Gedanken wiedergeben – z.B. wenn es in Jesaja 1,3 heißt: "Ein Rind kennt seinen Besitzer und ein Esel die Krippe seines Herrn.".

Auch gegensätzliche oder sich widersprechende Inhalte werden auf diese Art verknüpft – z.B. in Sprüche 15,1: "Eine sanfte Antwort wendet Grimm ab, aber ein kränkendes Wort erregt Zorn".

Gelegentlich fügt die Parallele dem ersten Gedanken eine Ausdrucksnuance hinzu oder begründet die Parallele – z.B. jubelt Psalm 106,1 "Halleluja dem HERRN, denn er ist gut! Denn seine Gnade währt ewig".

Schließlich gibt es noch die Kombination, in der ein Teil des Parallelismus wörtlich, der andere bildlich zu verstehen ist – wie z.B. in Jesaja 46,11: " ... der ich den Raubvogel rufe von Osten her, aus fernem Land den Mann meines Ratschlusses".

Es ist wichtig, diese Zusammenhänge zu erkennen und für das Verständnis zu nutzen. Ein Parallelismus darf nie auseinander gerissen werden, seine Teile machen kaum Sinn, wenn versucht wird, sie losgelöst voneinander zu verstehen.

 

Nicht selten stellen sich, für den, der die uralten Texte der Bibel unvoreingenommen liest, trotz manchen guten Rats und mancher hilfreichen Empfehlung, Verständnisschwierigkeiten ein. Dann bedarf es weiteren Lernens. Vielleicht müssen auch Klärungen abgewartet werden. Niemand sollte sich aber zu vorschneller Ehrfurchtslosigkeit verleiten, die die Bibel eines Irrtums bezichtigt. –

Wer von Gott nichts erwartet, dem kann die Bibel schwerlich etwas geben.

 

 

           

 

       

 

 

 

   

 

Stand: 08. Februar 2017

 

Fragen/Kommentaren: