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Ökumenischer Weltgebetstag

..... die größte ökumenische Basisbewegung weltweit, seit 1887, heute in 170 Ländern

 

 

 

Ökumenischer

W E L T G E B E T S T A G

Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf

 

Ökumenischer

Gottesdienst

in Potsdam

 

Freitag

4. März 2016

19 Uhr

 

Französische Kirche

am Bassinplatz

 

Die Weltgebetstags-Liturgie wurde für dieses vorbereitet Jahr von Frauen aus

Kuba

.

Weltgebetstag bedeutet ...

Weltgebetstag bewirkt ...

Weltgebetstag in D

Weltgebetstag weltweit

Das sozialistische Kuba steht wieder im Fokus internationaler Beachtung. Seit je fasziniert und polarisiert das Land und bildet eine Projektionsfläche für Wunsch- oder Feindbilder.

Wie aber sehen kubanische Frauen ihr Land? Welche Sorgen und Hoffnungen haben sie angesichts der vieler Umbrüche?

Der bevölkerungsreichste Staat der Karibik steht im Zentrum, wenn am Freitag, den 4. März 2016, rund um den Erdball Weltgebetstag gefeiert wird. Die Gottesdienstordnung haben kubanische Christinnen vieler Konfessionen verfasst.

Kolumbus geschwärmte 1492, als er an Land ging, von der „schönsten Insel, die Menschenaugen jemals erblickten“. Mit subtropischem Klima, langen Stränden und zahlreichen Plantagen ist die Insel ein Natur- und Urlaubsparadies. Die 500-jährige Zuwanderungsgeschichte führte zu einer bunten Bevölkerung (ca.11 Mio. Einwohner/innen).

Nach der Revolution von 1959 wurde Kuba ein sozialistischer Staat, der Jahrzehnte eine von den USA verhängter Blockade erleiden musste. Die Krise verschärfte sich, als die sozialistische Staatengemeinschaft 1990 kollabierte. Seitdem wächstim Land Ungleichheit. Das vorbildliche Bildungs- und Gesundheitssystem ist gefährdet.

Durch die Revolution sind Frauen und Männer gleichgestellt, Kuba gilt darin international als Vorbild. Im Alltag gehen Ideal und Wirklichkeit jedoch oft auseinander. Viele Kubanerinnen sind oft Vollzeit berufstätig und für ihre Familien verantwortlich.

Ein Großteil der Christinnen ist röm.-kath., und es gibt lebendige protestantische Kirchen, sowie Juden und Muslime. Seit 1992 ist Kuba ein laizistischer Staat mit Religionsfreiheit. Schon seit den 1930ern feiert man hier den Weltgebetstag.

Die Kollekten zum Weltgebetstag unterstützten Frauen-Projekte weltweit, auch 4 Projekte auf Kuba.

 

 

  Weltgebetstag in der Französischen Kirche

Da komme ich abgespannt und auf den letzten Drücker am Freitag. in die Französische Kirche und werde empfangen von einem voll besetzten Rund. In der Mitte sind Körbe mit Brot und Weintrauben, Weinflaschen auf einer Decke hingestellt worden. Sie verweisen auf das Land, das den Weltgebetstag der Frauen dieses Jahr ausgerichtet hat: Frankreich.

Erstaunt lausche ich einer Frau, die fließend Französisch spricht und uns begrüßt. Andere Frauen stehen ihr zur Seite und sprechen in verteilten Rollen zum Thema: Einwanderung und Fremdsein. Eine Frau steht auf und hält eine Ansprache. Sie berichtet über ihr Erlebnis in Potsdam, als sie zu Besuch in einem Asylheim war. Erfüllt von Freundlichkeit und dem Kontakt mit Frauen aus verschiedenen Nationen und Kulturen ging sie damals zurück. Sie forderte uns auf, uns keine zu großen Vorsätze vorzunehmen, sondern im Kleinen und Alltäglichen offen zu sein für die Fremden um uns herum und ihnen zu begegnen. Mich haben diese offenen und authentischen Worte sehr berührt. Ja sie hat Recht, wir alle können – auch mit wenig Zeit – offener sein und uns ansprechen lassen.

So ein Weltgebetstag wird auch mit vielen, vielen schönen neuen Liedern vorbereitet. Und diese vielen neuen Lieder hat ein Chor vorgetragen. Auch hier möchte ich für die Mühe danken, die diese liebevolle Vorbereitung mit sich bringt. Andere Gemeinden haben die Lieder aus der Steckdose zu hören bekommen.

Die Worte von Pastorin Rugenstein gehen mir heute noch nach. - Wir dürfen nicht vergessen, dass wir Königskinder sind, zur Heiligkeit berufen. Damit sind wir auch – wie Gott – Fremde in dieser Welt. Wir dürfen aber darauf hoffen, dass Gottes Rechtsprechung so geschieht, dass jeder und jede, durch sein Gericht Ansehen und damit aufgerichtet wird – Recht bekommt.

Der Weltgebetstag klang mit einem Tanz und einer Einladung zum gemeinsamen Abendessen aus. Danke für diese herzliche Gastfreundschaft.

Dorothea Amrhein von der römisch-katholischen Nachbarkirche St. Peter & Paul

 


 

Bunte Seidentücher bilden eine Mittelinsel, darauf Teelichter, Kokosnüsse, Mangos und andere Früchte. Farbe kehrt ein, mit dem Weltgebetstag, der dem zentralafrikanischen Land Kamerun gewidmet ist. Zehn Frauen hatten sich zur Vorbereitung zusammengefunden, bunt gemischt aus vier Konfessionen: Gemeindemitglieder, Teilnehmer mit methodistischem oder freikirchlichem Hintergrund und katholische Gäste wie ich. Für manche ist der Weltgebetstag eine wichtige Tradition, eine Selbstvergewisserung, dass Frauen in der Kirche etwas zu sagen haben, nein, nicht nur etwas, sondern viel. Für andere ist er aufregend neu. Und noch etwas war neu: Nicht mehr im großen Rahmen in der Nikolaikirche wird in diesem Jahr gefeiert, sondern erstmals nachmittags in der Josephkapelle und abends um 21 Uhr in der Französischen Kirche, mit jeweils um die hundert Teilnehmern. Ein Experiment, noch improvisiert, aber erfolgreich – besonders die Jugendlichen haben sich im Nachgespräch nachdrücklich für späte Uhrzeit und neuen Ablauf ausgesprochen, ihr Kommentar war „cool“.

Draußen ist Nacht. Drinnen, in der Kirche, herrscht Licht, herrscht Farbe, mit Dias von großartigen Landschaften, von Steppen, Stränden, Berglandschaften, von Elefanten und Giraffen, vor allem aber von fröhlichen Frauen, bei der Erntearbeit, beim Gottesdienst. Frauen, die mitreißend lachen. Doch die Texte, die diese Frauen zusammengestellt haben, sprechen eine andere Sprache. Sie sprechen von der Rechtlosigkeit der Mädchen, die als Besitz der Familie und des künftigen Ehemanns betrachtet werden, die hart arbeiten müssen, oft keine Schulbildung erfahren. Die Texte sprechen vom täglichen Kampf ums Überleben, von Armut, von Naturkatastrophen, von AIDS. Die Texte sprechen vor allem aber, und das ist vor der düsteren Kulisse besonders eindrucksvoll, von unendlicher Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens. „Solange Atem in uns ist, hoffen wir. Und so singen wir voller Hoffnung, dass es besser wird“. Eine Botschaft, die an diesem Abend überall auf der Welt gehört wird: Alles, was Atem hat, lobe Gott.

Gesungen wird in der Französischen Kirche viel an diesem Abend, französisch, englisch, deutsch und in den Landesdialekten. Eine von den Jugendlichen der Gemeinde entworfene Pantomime illustriert die Lesung aus der Apostelgeschichte, die Passage der Befreiung von Paulus und Silas, ein Ausbruch aus dem Gefängnis, der sich so gut in Verbindung setzten lässt zu Sklaverei und Menschenhandel, der besonders Mädchen in Afrika betrifft. Ein Bibliolog rätselt über die schwierige Lesung aus dem Buch Jesaja, die von Triumph, Krieg und Kampfeslust spricht, von einem Gott, der wie eine Gebärende stöhnen und hecheln kann und mit Dürre und Trockenheit droht. Viele Fragen bleiben. Doch spätestens zur Kollekte packt der Rhythmus alle, in einem Gabentanz rund um die bunte Mitte. Auch nach Ende des Gottesdiensts bleibt man zusammen, bei Mangosaft und afrikanischen Spezialitäten. Das Experiment scheint geglückt.

Es sind 440,- Euro zusammengekommen bei der Kollekte, die der Projektarbeit des Deutschen WGT- Komitees zugute kommen soll, das damit Projekte in den Ländern unterstützt. Die Runde war kleiner als in den vorangegangenen Jahren, intimer, intensiver. Ich bin Teil einer Gemeinschaft, die ihrerseits Teil eines großen Ganzen ist, in Potsdam, in Deutschland, in aller Welt. Im nächsten Jahr wieder. Das Land ist dann Chile.

Christina Tilmann

 

 

 

  Weltgebetstag bedeutet "Informiertes Beten - betendes Handeln":

Die Liturgie des Weltgebetstags-Gottesdienstes wird jedes Jahr von Frauen eines anderen Landes verfaßt. So werden Hoffnungen und Ängste, Freuden und Sorgen, Gaben und Bedürfnisse geteilt.

Frauen bereiten sich auf verschiedenen Ebenen aber besonders vor Ort intensiv auf den Weltgebetstags-Gottesdienst vor.

Die ökumenischen Weltgebetstags-Gottesdienste, zu denen alle Menschen eingeladen sind, werden in etwa 170 Ländern in unzähligen christlichen Gemeinden stets am ersten Freitag im März jeden Jahres gefeiert.

Die Weltgebetstags-Bewegung bringt besonders Frauen unterschiedlicher Konfessionen, Kulturen und Nationen einander näher, erhöht ihr Verständnis füreinander und ist Ausgangspunkt gemeinsamer Aktionen über den Weltgebetstag hinaus.

Der Weltgebetstag bereichert durch Glaubenserfahrungen aus anderen Teilen der Welt. Frauen nehmen Anteil an den Lasten anderer, beten mit ihnen und für sie. Dadurch erkennen sie eigene Talente und nutzen sie füreinander.

Durch den Weltgebetstag werden Frauen gewahr, daß Gebete und Taten nicht voneinander zu trennen sind und das beides unermeßlichen Einfluß auf die Welt hat.

Mit den Weltgebetstags-Kollekten wird weltweite Solidarität geübt, indem vor allem Frauenprojekte gefördert werden und die Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland unterstützt wird.

 

Kollektenverwendung und Projektarbeit des Deutschen Weltgebetstagskomitees

Jedes Nationalkomitee ist selbst für die Verwendung der Kollekte verantwortlich. der größte Teil der Kollektengelder, die bei den ökumenischen Gottesdiensten am 1.Freitag im März in Deutschland zusammenkommen, wird für Frauenprojekte in aller Welt verwendet.

 

Unterstützt werden Projekte in Afrika, Asien, Lateinamerika, im Pazifik und in Osteuropa, die

von Frauen selbstverantwortlich durchgeführt werden,

die Lebenssituation von Frauen verbessern und

ihre Position in Kirche und Gesellschaft stärken.

Projekte aus dem Land, aus dem die Gottesdienstordnung kommt, werden dabei besonders berücksichtigt. Zum Teil wenden sich die Frauengruppen selbst an das Weltgebetstagskomitee, zum Teil werden die Projekte über internationale Organisationen, kirchliche Stellen oder Nichtregierungsorganisationen vermittelt. Oft geht es um Starthilfen, geeignete Projekte können aber auch bis zu drei Jahren gefördert werden. Inhaltlich geht es meist um

Bildung,

einkommensschaffende Maßnahmen,

Gesundheit und Beratung,

Gewalt gegen Frauen,

Verbesserung der Infrastruktur (z.B. Wasserversorgung),

Vernetzung, Organisation und ökumenische Zusammenarbeit.

Die Projektpartnerinnen berichten regelmäßig über ihre Arbeit und sind verpflichtet, die erhaltenen Gelder abzurechnen.

 

Auf diese Weise konnten in den letzten Jahren jährlich etwa 200 Projekte in rund 80 Ländern der Welt gefördert werden. Seit Beginn der Projektarbeit wurden von Deutschland aus über 3.400 Projekte in 120 Ländern unterstützt.

 

Ein weiterer Teil der Gelder geht in die Arbeit mit Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern, die sich aus der Flüchtlingsarbeit nach dem Krieg entwickelt hat und heute vom Bundesinnenministerium bezuschußt wird.

 

Ein kleiner Teil der wird für die Aufgaben des Komitees, der Arbeit der Geschäftsstelle in Stein, und einen international festgelegten Beitrag an das Internationale Weltgebetstagskomitee benötigt.

 

Das Wachstum der Weltgebetstagsarbeit in Deutschland zeigt sich auch am stetigen Wachsen der Kollekte:  1985 lag sie erstmals über drei Millionen, 1988 über vier Millionen und 1993 über fünf Millionen DM.

 

 

 

  Weltgebetstag(WGT) weltweit

 

Diese weltweit größte ökumenische Laieninitiative wird jedes Jahr am ersten Freitag im März gefeiert. "Informiertes Beten und vom Gebet durchdrungenes Handeln" ist überall das Motto des Weltgebetstages, an dem sich Frauen verschiedener christlicher Konfessionen aus über 180 Ländern beteiligen.

 

Gemeinsames Anliegen sind der Austausch und die sichtbare Gemeinschaft aller christlichen Frauen in der Welt. Darum werden die Gebete und die Texte dieses Tages immer von Frauen aus einem anderen Land vorgeschlagen und verfaßt. Die Gestaltung der Gottesdienste wird durch die aktuelle Lage in dem Land bestimmt, das die Gottesdienstordnung erstellt.

In den Wochen der Vorbereitung versuchen die Frauen möglichst viel über dieses Land und die Situation der Frauen dort zu erfahren.

Das Land, das Thema des Weltgebetstages ist, erhält auch einen großen Teil der Kollekte. Damit werden Frauenprojekte gefördert, die Hilfe zur Selbsthilfe leisten sollen:  Brunnenprojekte, Gelder für Landbau oder Nähkurse, Alphabetisierungsprogramme und Bildungseinrichtungen, die die Situationen der Frauen verbessern, ihre Eigenständigkeit und ihr Selbstbewußtsein stärken.

 

Seinen Ursprung hat der Weltgebetstag in den USA. 1884 rief die Presbyterianerin Darwin James zu einem Gebetstag für die Innere Mission auf. Sie gab damit ihrer Überzeugung Ausdruck, daß diejenigen, die beharrlich und beständig beten, zu Anwälten der Machtlosen werden können.

Zwei Baptistinnen, Peabody und Montgomery, riefen drei Jahre später zu einem Gebetstag der Äußeren Mission auf, "bedrängt von der Einsicht, wie wenig die bisherige Erziehung die Frauen für die Aufgaben der Zukunft ausrüste".

Die beiden Gebetstage wurden dann zu einem Gebetstag zusammengefügt, der sich zunächst in den Nachbarländern, dann aber auch in Europa und den anderen Kontinenten ausbreitete.

Seit 1927 gilt dieser Tag als Weltgebetstag der Frauen.

Kennzeichnend für diesen Tag ist, daß die Bewegung, das gemeinsame Handeln vor der Organisation rangiert.

 

Die einzelnen Komitees, die heute den Weltgebetstag organisieren und seine Ordnungen festlegen und verschicken, entstanden erst, nachdem die große Zahl der Interessentinnen eine zentrale Organisation nötig machte. Das Internationale Weltgebetstagskomitee , das wiederum in nationale und regionale Gruppen gegliedert ist, legt jeweils für vier Jahre die Themen für den weltweiten Gebetstag fest. Dabei sollen gemeinsame Anliegen von Frauen aufgegriffen werden, die weltweit Bedeutung haben. Die Themen müssen außerdem biblisch begründet, leicht übersetzbar und motivierend sein.

 

 

 

  Die Güte bricht sich Bahn

Paul Ricoeur

 

Bund für wirtschaftliche und ökologische Gerechtigkeit 

Hauptversammlung des Reformierten Weltbundes  (jetzt Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen)

 

Links für eine bessere Welt 

 

 

 

 

       

 

       

 

 

 

   

 

Stand: 12. Juni 2015

 

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