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  Bund für wirtschaftliche und ökologische Gerechtigkeit

.... Covenanting for Justice in the Economy and the Earth

 

– Anhang zur Botschaft –

 

Die Arbeit der 24.Generalversammlung begann in den Themengruppen:

Heilung, Vielfalt schätzen, Inklusivität und Teilhabe, Frieden, Geschlechtergerechtigkeit, Schöpfung und

wirtschaftliche Gerechtigkeit.

Die Diskussionsergebnisse zu diesen Themen wurden in drei Sektionen eingebracht, in denen sich der wichtigste Teil der Arbeit der Generalversammlung konzentrierte.

 

Die Zusammenfassung der Berichte und Entscheidungen gliedert sich in die Schwerpunkte:

Mission

Bund

Spiritualität

Beteiligung der Jugend

Öffentliche Angelegenheiten

Zukunftsperspektiven

 

 

Mission

 

Die Versammlung betonte, dass Mission heute im Kontext von Globalisierung und Imperium geschehe. Man verwies auf das reformierte Verständnis über die verschiedenen Rollen Jesu, der als Prophet in seiner Zeit der Herrschaft eines Imperiums widerstand, der als Priester die Armen und Ausgegrenzten tröstete und der als König den Weg zum Dienen wies. Eine Missiologie des Lebens betont die Bedeutung des Heilens und der Geschlechtergerechtigkeit als einer wichtigen Kernfunktion von Mission. Der Reformierte Weltbund (jetzt Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen - WGRK) wird ermutigt, in den nächsten sieben Jahren seine Gespräche mit den Pfingstkirchen auszubauen, um herauszufinden, in welchen Bereichen gegenseitiges Lernen möglich ist und wie wir unser reformiertes Verständnis des Heiligen Geistes vertiefen können. Außerdem müssen wir uns erneut dem interreligiösen Dialog verpflichten und verstehen lernen, dass Christinnen und Christen „das Volk Gottes unter allen Völkern Gottes“ sind, um das interreligiöse Engagement der RWB-Mitgliedskirchen, vor allem im Hinblick auf weltweite religiöse Konflikte zu unterstützen. Schließlich braucht Mission neue Ausdrucksformen von Einheit zwischen den Kirchen, die zu echter Gegenseitigkeit führt, den Bilateralismus überwindet und Kirchen in die Lage versetzt, miteinander einen Bund zu schließen, um im Austausch und im Teilen, im Zeugnis und im gemeinsamen Handeln zusammenzuarbeiten.

 

 

 

Bund

 

Seit der letzten Generalversammlung in Debrecen vor sieben Jahren hat der RWB sich damit befasst, welche Antwort auf die globalen Realitäten wirtschaftlicher Ungerechtigkeit und der ökologischen Zerstörung gegeben werden kann, die den Kern unseres Bekennens des christlichen Glaubens trifft.

In Accra wurde dieser Aufgabe viel Energie und Aufmerksamkeit gewidmet. Die Versammlung beschrieb die Weltlage in deutlichen Worten und kam zu dem Schluss, dass die „neoliberale wirtschaftliche Globalisierung“ einen Götzendienst uneingeschränkter Anhäufung von Reichtum unterstütze und die globalen Strukturen stärke, die die Kluft zwischen reich und arm vertiefen. Die Versammlung stimmte einer Bekenntnis-Erklärung zu, die klar macht, wie diese globalen Wirklichkeiten den zentralen Aussagen des christlichen Glaubens widersprechen. Deshalb ist die Kirche gezwungen, eine Antwort zu formulieren, die ein Ausdruck der Integrität unseres Glauben ist. Eine Erklärung wurde angenommen, für die mit den Worten „wir glauben“ und „wir sagen Nein zu“, eine Form gefunden wurde, die einigen der frühen reformatorischen Bekenntisse gleicht und die den Inhalt dieses Prozesses beschreibt. Schliesslich forderte die Versammlung die Mitgliedskirchen des RWB zu einem Bundesschluss auf, wobei sie sich verpflichtete, diese Erklärung mit Leben zu füllen und den Auftrag ernst zu nehmen, „die Wirtschaft und die Erde zu verändern, zu erneuern und wiederherzustellen, damit wir und unsere Nachkommen leben“ (5 Mo 30,19).

 

 

 

Spiritualität

 

„Spiritualität ist unser wichtigstes Mittel, um die in allen Dingen durchbrechende Gegenwart Gottes zu erkennen und zu heiligen“. Die Generalversammlung legte beachtlichen Wert auf den „uns innewohnenden Geist“, der „uns in unserm Inneren und Äusseren verändert und heiligt“. Delegierte machten geltend, die Theologie habe oft „den Kopf vor dem Herz, und den Verstand vor dem Körper“ bevorzugt und hoben hervor, dass eine Vertiefung unserer geistlichen Ressourcen wesentlich sei, um den Schrei von Gott und den Schrei unserer Nächsten nach Leben zu hören. Der Einsatz für Gerechtigkeit, ein sanfterer Umgang mit der Erde, die Erneuerung unseres gottesdienstlichen Lebens, unser Verhalten zu den Gaben der Gemeindeleitung, unsere Sorgfalt im Umgang mit leidenden Menschen, all dies steht in Zusammenhang mit einer gezielten Entwicklung unserer Spiritualität. Besondere Beachtung wurde den Fragen der Gottesdienstform und -praxis geschenkt. Der lebendige Gottesdienst und die Spiritualität der Kirchen in Ghana haben viele Delegierte offensichtlich stark beeindruckt. Die Generalversammlung gab mehrere Empfehlungen ab, etwa zur Untersuchung reformierter Perspektiven des Heiligen Geistes, zur Ermutigung im Bereich Gottesdiensterneuerung, zu kreativem Umgang mit dem HIV und AIDS-Problem oder zu spaltenden und ausschliessenden Vorgehensweisen bei der Feier des Abendmahls in einigen Mitgliedskirchen.

 

 

 

Beteiligung der Jugend

 

Jugenddelegierte trugen durch einen starken Beitrag zum Gelingen der Generalversammlung bei. Dies begann mit ihrem eigenen Jugendforum direkt vor der Versammlung. Die Weiterführung und Stärkung des RWB-Büros für Jugendanliegen fand Eingang in die Empfehlungen der Generalversammlung, und sechs Jugenddelegierte wurden in den neuen Exekutivausschuss gewählt, der 40 Personen umfasst.

 

 

 

Öffentliche Angelegenheiten

 

Die Generalversammlung behandelte eine grosse Anzahl von öffentlichen Angelegenheiten. Auf der Grundlage des Bundes für wirtschaftliche und ökologische Gerechtigkeit rief der RWB seine Mitgliedskirchen zur Anwaltschaft gegenüber Regierungen und internationalen Institutionen auf, und zwar in kritischen Fragen wie Handelsabkommen, Steuerpolitik, internationale Schulden, weltweite Abkommen zum Schutz der Umwelt, demokratische Reformen der internationalen Finanzinstitutionen und damit verbundene Anliegen. Zur Geschlechtergerechtigkeit forderte der RWB seine Mitgliedskirchen dringend auf, die theologische Ausbildung und Ordination der Frauen zu unterstützen, und in ihrem jeweiligen gesellschaftlichen Umfeld verschiedene Formen von sozialer Diskriminierung gegen Frauen zu bekämpfen. Betreffend die HIV und AIDS-Krise rief der RWB zu theologischer Arbeit und praktischem Handeln auf lokaler und weltweiter Ebene gegen diese Pandemie auf, bei der es um Leben und Tod geht. Der RWB bestätigte ebenfalls sein Engagement im Bereich Menschenrechte, Religionsfreiheit, Rechte der Asylsuchenden, Abschaffung der Todesstrafe und der zunehmenden Bedeutung der interreligiösen Dialogarbeit. Die Generalversammlung befasste sich auch mit Konflikt- und Kriegssituationen und äusserte sich zu Selbstbestimmungsbewegungen in bestimmten Ländern. Im Hinblick auf die Zukunft identifizierte die Generalversammlung Fragen im Kontext der Humangenetik und der „Ethik des Lebens“, die unsere Beachtung verdienen, vor allem die Frage der Patentierung genetischer Sequenzen, des Klonens, des Gebrauchs von Stammzellen sowie genetisch modifizierter Getreidesorten und Nahrungsmittel.

 

 

 

Zukunftsperspektiven

 

Angesichts knapper werdender Finanzmittel bei gleichzeitig zunehmenden Erwartungen für die zukünftige Arbeit begann die Generalversammlung mit einem Prozess der Identifizierung von Prioritäten und der Auflistung von Zukunftsperspektiven. Die Bandbreite der von der Versammlung festgehaltenen Themen, Anliegen und Empfehlungen wird dem neugewählten Exekutivausschuss vorgelegt werden, der – gemeinsam mit dem Generalsekretär – Pläne für die Umsetzung der in Accra gefällten Beschlüsse und angenommenen Perspektiven ausarbeiten wird.

 

 

 

Bund für wirtschaftliche und ökologische Gerechtigkeit

 

  Zum Imperium geradeaus und dann in den Kreisverkehr

Martina Wasserloos-Strunk

 

  Reformiertes Profil in der Gesellschaft

Walter Schöpsdau

 

 

   

 

   

 

      

 

   

 

Stand: 08. Februar 2017

 

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