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Startseite Unsere Gemeinde Der Aktionsladen "Eine Welt"

 

Pressestimmen zum Aktionsladens "Eine Welt" (Auswahl)

.... so hat man uns von außen gesehen

 

Wir zitieren hier einige Reaktionen in der Presse auf unseren Weltladen und seine Aktionen.

Wer weiteres Material findet kann uns das gerne - möglichst in digitaler Form - zukommen lassen.

 

 

  Starkes Gemeinschaftsgefühl

.... Nadine Günther und Annelie Sattler arbeiten im Aktionsladen "Eine Welt"

 

Eigentlich fänden es Nadine Günther, Geographie, Politikwissenschafts- und Soziologie-Studentin im sechsten Semester sowie Annelie Sattler, Studentin für Soziologie und Erziehungswissenschaften im 3. Semester ganz gut, wenn man sie hier nicht mehr brauchen würde. Denn dann gäbe es ein allgemein verbreitetes Bewusstsein für fairen Handel, für mehr solidarisches Miteinander, für mehr Gerechtigkeit insgesamt in der Welt. Die wäre dann vermutlich eine bessere und hätte solche Läden wie den, in dem beide zur Zeit arbeiten, nicht mehr nötig. Bis das jedoch soweit sei, bleibe noch viel Aufklärungsarbeit zu tun.

Seit 1989 existiert der Aktionsladen "Eine Welt" am Bassinplatz in der Gutenbergstraße, der im Gemeindehaus der Französisch Reformierten Gemeinde sein mietfreies Domizil hat. Dass dieser von einer Pastorin gegründete Laden schon so lange funktioniert, ist dem ausschließlich ehrenamtlichen Engagement zahlreicher Potsdamer Studierender zu verdanken. Im Moment sind es etwa sieben Studierende, die sich im Laden und in seinem Umfeld engagieren, Tendenz steigend. "Ohne diese ehrenamtliche Tätigkeit", so Nadine Günther, "wäre er nicht überlebensfähig, trotz seiner recht guten Lage im Holländerviertel". Sie arbeitet seit drei Jahren hier, Annelie Sattler erst seit ein paar Monaten. Jeden Montag ist die eine, jeden Mittwoch die Andere hier anzutreffen, immer zwischen 15.00 und 18.00 Uhr. An den übrigen Wochentagen übernehmen andere den "Ladendienst". Der Laden hat seine Stammkundschaft, erweitere Öffnungszeiten allerdings wären auf ehrenamtlicher Basis nicht tragbar. "Es geht nicht darum, dass wir hierher kommen, um uns gut zu fühlen, sondern dass wir hier einen Teil unserer Lebensinteressen ausleben. Viele studieren in dieser Richtung und sehen auch ihre Zukunft in dieser Art von Arbeit, entweder im sozialpolitischen oder -pädagogischen Bereich, in der Arbeit mit Migranten, der Entwicklungszusammenarbeit oder in internationalen Organisationen", sagt Günther. Nach dem Abitur war sie als weltreisende Rucksacktouristin unterwegs und danach für einige Monate in Nicaragua im Bildungs- und Gesundheitswesen tätig. Über die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) absolvierte sie ein Praktikum in Pakistan, weitere werden folgen. Dass man hier seine Zeit sinnvoll verbringt, empfindet auch Annelie Sattler so, die sich außerdem noch in zwei Berliner Vereinen mit ähnlichen Schwerpunkten engagiert: "Natürlich muss der laufende Betrieb, also der Ein- und Verkauf organisiert werden, und zwar mit möglichst abwechslungsreichem Sortiment. Aber das ist nur ein Aspekt. Nicht minder wichtig sind die Bildungsangebote. Von hier aus werden regelmäßig Aktionstage, Informationsabende oder Kooperationsveranstaltungen mit verschiedenen Partnern organisiert."

Nicht selten aber finge die Aufklärungsarbeit hier direkt im Laden an, etwa wenn Besucher kämen, oft Touristen, und danach fragten, warum sie denn den Zucker oder den Kaffee ausgerechnet hier kaufen sollen.
Der "Gewinn" fließt größtenteils wieder zurück in entwicklungspolitische Projekte. Im speziellen Falle kommt er einem Förderverein zu Gute, der Gelder an bedürftige Schüler in Tansania weitergibt und dadurch deren Schulbesuch sicherstellt.

Unter den Mitarbeitern des Ladens herrsche ein starkes Gemeinschaftsgefühl: Der Austausch über die unterschiedlichen Projekte mit jedem einzelnen sei sehr intensiv, so Sattler. "Die Arbeitsatmosphäre ist angenehm. Man merkt, dass alle ehrenamtlich, eigenständig und in einem hierarchiefreien Raum arbeiten. Jeder partizipiert hier vom anderen. Das ist nicht einfach nur ein Laden, in dem fair gehandelte Produkte verkauft werden, sondern Anlaufpunkt, Kontaktbörse, Netzwerkzentrale und nicht zuletzt auch ein Ort, an dem man sich in unterschiedlichen Bereichen weiter bilden kann."

Portal - Die Potsdamer Universitätszeitung, 6/07

 

 

 

 

  "Ungerechte" Bananen schneller braun

.... Lenné-Schüler machen sich für fairen Handel mit Südfrüchten Stark

 

INNENSTADT Mit einem Aktionsstand machten Schü­ler eines Kurses Politische Bil­dung der Peter-Joseph-Lenne­Gesamtschule am Sonnabend auf dem Markt am Nauener Tor auf die unfairen Bedingun­gen aufmerksam, die Exporteure von Bananen den erzeugenden Bauern aufzwingen. "Wir beteiligen uns mit unse­rem Kurs an einem Wettbe­werb der Bundeszentrale für Politische Bildung. Als dafür das Bananen-Thema vorge­schlagen wurde, wusste ich gleich, dass das genau das Richtige ist", sagte Johanna Waldeck.

Die Marktbesucher konnten sich von der besonderen Qualität der Bananen aus fairem Handel überzeugen. Während die von bekannten Exporteuren stammenden Früchte nach einiger Zeit im aufgeschnittenen Zustand schon leicht braun wurden, sahen die Bananen, die die Schüler aus dem, "Eine Welt"-Laden in der Gutenbergstraße bezogen hatten, noch gut aus. "Das kommt, weil· die nicht mit Pestiziden behandelt wer­den", war sich Felix Heller sicher. "Das hat uns selbst über­rascht." Der zweite große Vor­teil sei die adäquate Bezahlung der Bauern in den Erzeugerländern:· "Normalerweise bekommen sie einen Dollar für eine Kiste. Beim fairen Handel verdienen sie fünf", sagte der Schüler. Wie viele Menschen am Stand stehen geblieben waren, wussten sie nicht mehr, aber zwei Kisten mit je 19 Kilogramm der krummen Früchte waren am Ende der Aktion verkauft, obwohl sie mit mehr als zwei Euro teuerer als im Supermarkt sind. Mit Fotos und Berichten vorm Stand für den Wettbewerb endet das Engagement der Schüler aber nicht: "Jetzt machen wir eine Sonderausgabe unserer Schülerzeitung zum Thema", kündigt Waldeck an.

Sebatian Scholze / Märkische Allgemeine Zeitung 27.2.2006

 

 

 

 

  Wenn die Frau einen Anzug heiratet „Aktion eine Welt“

 

Brandenburger Vorstadt - „Welche Eindrücke bekommt ein Ostafrikaner, wenn er nach Deutschland kommt?“ Diese Frage stellt Karl Hildebrandt an diesem Dienstagvormittag den Schülern der Klasse 10 b der Käthe-Kollwitz-Realschule. Hektik, wenig Natur, Verschlossenheit, weniger Kinder und unterschiedliche Kleidung. So lauten einige der Antworten der Schüler.

Karl Hildebrandt ist Lehrer an einer Privatschule und engagiert sich im „Aktionsladen Eine Welt“ in der Gutenbergstraße. Der hat zusammen mit dem Babelsberger Weltladen „Solidario“ das Bildungsprogramm „Aktion eine Welt“ ins Leben gerufen. Seit Anfang 2003 gehen die fünf ehrenamtlichen Helfer dieses Programms an Potsdamer Schulen und referieren an Projekttagen oder in Gesprächsrunden über entwicklungspolitische Themen und den Fairen Handel.

Aber wie hängen die Eindrücke eines Ostafrikaners mit dem Eine-Welt-Gedanken zusammen? „Der Faire Handel soll den Schülern greifbar näher gebracht werden“, erklärt Hildebrand. „Die Schüler sollen die Zusammenhänge begreifen und für entwicklungspolitische Themen sensibilisiert werden.“ Dazu arbeitet der 30-Jährige mit dem Buch „Die Forschungsreise des Afrikaners Lukanga Mukara ins innerste Deutschland“. Dieses Buch wurde bereits vor rund 90 Jahren vom Deutschen Hans Paasche veröffentlicht, der während der Kolonialzeit als Marineoffizier ins damalige Ostafrika kam. Dort lernte er den Eingeborenen Lukanga Mukara kennen, aus dessen Sicht Paasche die Verhältnisse in Deutschland aufschrieb. Beim Lesen des Buchs stellt man fest, dass die Ansichten der Potsdamer Schüler schon vor 90 Jahren existierten. Lukanga Makara schildert die Eile der Deutschen, wie sie versuchen, ihr Glück zu finden, indem sie nach immer mehr Geld streben. Lukanga kann dies nicht nachvollziehen, bezahlt man in Ostafrika doch mit Rindern und Ziegen und nicht mit Papier und Metallstückchen. Auch die Kleidung findet Lukanga merkwürdig. Anzüge ließen alle Menschen gleich aussehen, so dass Frauen nicht einen Mann, sondern einen Anzug heirateten.

Karl Hildebrandt findet das Buch sehr passend, da es nicht den „moralischen Zeigefinger“ auf die Menschen richte. Kritisch sind die Schüler der 10 b selbst. Rechtsextremismus, Arbeitslosigkeit und die Unfähigkeit der Regierung im eigenen Land werden beklagt. Karl Hildebrandt hat sein Ziel erreicht: Die Schüler für mindestens zwei Stunden zum Nachdenken anzuregen. Nicola Petri    Potsdamer Neuste Nachrichten 22.12.2004

 

 

 

 

  Die ewig hektischen Sungu

.... Zehntklässler der Kollwitz-Realschule üben interkulturelles Verständnis

 

POTSDAM WEST Frauen aus Brasilien, Geld aus Amerika, Wasser aus dem Mittelmeer, Essen aus Italien, Wein aus Spanien. Gefragt nach "Ländereigenschaften", die Schüler am liebsten importieren würden, wollten sie - offenbar sehr in Wunschzettelstimmung - die genannten Dinge. Einwohner eines Phantasielandes, das sich andere Zehntklässler erträumen durften, leben in einer Demokratie, kommen ohne Drogen und Alkohol aus, haben einen 36-Stunden-Tag "für mehr Freizeit", besitzen alle einen Job und lassen "nicht nur Geld die Welt regieren".

Eine andere Schülergruppe der Käthe Kollwitz-Realschule sollte sich Gedanken machen, welche Unterschiede eine fiktive "Frau aus Ostafrika", die erstmals Deutschland besucht, zu ihrer Heimat feststellt: Sie sähe, dass die Menschen hierzulande "verschlossen und hektisch" seien, andere Kleidung tragen, es "nicht so viel Armut", weniger Kinder und mehr Ärzte gebe.

Die Aufgaben formulierte Karl Hildebrandt gestern innerhalb des Deutschunterrichts bei der Klasse 10b der Kollwitzschule, um über Bilder der eigenen Landsleute und Ausländer diskutieren zu können. Hildebrandt ist Referent des Bildungsprogramms "Aktion Eine Welt", das mit verschiedenen, schülergerechten Angeboten "interkulturelles Verständnis" fördern will.

In diesem Zusammenhang präsentierte Hildebrandt ein Buch, in dem ein historischer, aber noch aktueller, kritisch-amüsanter Blick auf Deutschland geworfen wird. "Die Forschungsreise des Afrikaners Lukanga Mukara ins innerste Deutschland" heißt das bereits 1920 erschienene Buch. Darin sind neun Briefe Mukaras zusammengestellt, die dessen Freund Hans Paasche, ein Vorreiter der damaligen Bewegungen von Pazifisten und Vegetariern, veröffentlichte. Um glücklich zu sein, heißt es in einer Passage, müssten die ewig hektischen "Sungu" (Deutsche/Weiße) "viele Dinge kaufen". Jemand, der nichts oder wenig kaufe, gelte entsprechend nichts. Und Frauen heirateten keinen ausgebildeten Körper, sondern "nur einen Anzug, der einen Schwachen wie einen Starken" gleich aussehen lässt. Ohnehin sei der "Mangel an Bewegung" schuld daran, dass sich Sungu-Körper derart veränderten, dass man "sie nicht mehr nackt zeigen könne", so Mukara. R.N.                                                                                       Märkische Allgemeine Zeitung 22.12.2004

 

 

 

 

Bund für wirtschaftliche und ökologische Gerechtigkeit 

Hauptversammlung des Reformierten Weltbundes (jetzt Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen)

 

!H - Der Hugo unsere Gemeindewährung

.... weil Geld Menschenwerk ist, können wir seine Funktion bessern

 

 

 

   

 

   

 

Stand: 07. April 2011

 

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